/please/ don’t shoot the messenger

– Wenn zwei Ereignisse gleichzeitig eintreten, welches Ereignis hat Vorrang: Eine Geburt oder ein Selbstmord?

– Ich würde sagen, dass/

– ein Inzest oder ein Vatermord?

– Hey, lassen Sie mich antworten?

– ein Unfall beim Gleitschirmfliegen oder ein Arbeitsunfall?

– …unmöglich, das ist unmöglich…

– Unterbrechen Sie Ihren Bericht nicht!

Wer will schon die Reaktion der Betroffenen sehen, wenn eine Hiobsbotschaft überliefert wird?
Ein Kollektiv aus Bot*innen übernimmt ganz bequem die lästige Arbeit des Überbringens, der Mensch kann fortan problemlos unangenehme Nachrichten an diese Agentur abwälzen…
Doch wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Wie lassen sich so viele unangenehme Nachrichten filtern? Und was geschieht überhaupt mit Bot*innen, wenn sie eine Botschaft erhalten und dafür keine Adressat*innen finden?
Ist es nicht die (dramatische) Pflicht der Bot*innen, das meist Unbegreifliche wenigstens in Worten zu überbringen? Jede Botschaft, die Form der Überbringung, die Wahl der Adressat*innen, zieht Konsequenzen mit sich und führt zu weiteren – oft schrecklichen – Geschehnissen, die aber auch die Kapazität haben, gesellschaftliche Zustände aktiv zu verändern. 

«Niemand hat den Boten gern, der die schlimmen Nachrichten bringt.» kündigt der Wächter in Sophokles’ Antigone an. Pau R. Bernats skurril-absurder Text /please/ don’t shoot the messenger gibt den Bot*innen eine Stimme und schenkt ihnen die Aufmerksamkeit, die sie so noch nicht erhalten haben – und vielleicht auch nie erhalten wollten.

Premiere: 6. April 2024 im Theater am Werk, Petersplatz


Weitere Spieltermine: 7., 9., 10., 12. und 13. April 2024

Beginn jeweils um 19:30 Uhr

Tickets unter: www.theater-am-werk.at/de/tickets


  • Mit: Zeynep Alan, Julia Pitsch, Morteza Tavakoli, Charlotte Zorell
  • Regie: Leonardo Raab
  • Text: Pau R. Bernat
  • Dramaturgie: Aslı Kışlal, Anna Schober
  • Bühne: Markus Liszt
  • Musik: Uwe Felchle
  • Produktion: Laura Plochberger
  • Regieassistenz: Annika Decken
  • Presse & Öffentlichkeitsarbeit: Melina Marcher, Kim Groneweg

© Apollonia Bitzan