Utopie im Erdgeschoss

Ein dreiteiliges Live-Sitcom-Experiment im Gemeindebau über Reibung, Macht und eine kleine Hoffnung – ohne Garantie.

Im Erdgeschoss eines Wiener Gemeindebaus hängt ein Zettel: „Theaterprojekt – offen für alle. Drei Tage. Eintritt frei.“ Keine Auswahl, keine Voraussetzungen – nur die Einladung, sich einzulassen. Sieben Menschen kommen. Aus Neugier, aus Trotz, aus Erschöpfung. Vielleicht auch nur wegen des Kaffees.

Eine Theatermacherin versucht, aus dieser zufälligen Gruppe eine Gemeinschaft zu formen. Mit Improvisation, mit kollektiven Übungen, mit dem Glauben, dass Kunst Begegnung schaffen kann. Doch schnell prallen Wirklichkeiten aufeinander: Intellekt und Alltag, große Entwürfe und konkrete Überlebensstrategien, kollektive Utopie und individuelles Bedürfnis. Missverständnisse werden zu Konflikten, Konflikte zu Szenen. Der Proberaum kippt in den Rhythmus einer Sitcom – schnell, absurd, schmerzhaft komisch.

„Utopie im Erdgeschoss” ist kein Plädoyer für Harmonie. Es ist ein Experiment über Reibung. Über das Bleiben im Widerspruch. Über das Risiko, sich nicht einig zu werden – und trotzdem weiterzumachen. Vielleicht entsteht genau darin etwas Unerwartetes: kein Konsens, keine Lösung, sondern ein Moment von Nähe, der nicht geplant war. Oder doch eine Hoffnung?

Eine kleine, widersprüchliche Hoffnung. Im Erdgeschoss. Live. Ohne Garantie.


  • Regie: Johnny Mhanna
  • Performance: Asin Alev, Berk Kristal, Chiara Schmölz, Deborah Gzesh, Ines Miro, Kari Rakkola, Leni Plöchl
  • Festival-Dramaturgie: Anna Schober
  • Dramaturgische Mitarbeit: Ariane Oechsner
  • Produktion: Benjamin Klein
  • Community Building & Content Creation: Nadine Abena Cobbina
  • PR & Illustration: Melina Cerha-Marcher
  • Festival-Grafik: Lukas Kadan