diverCITYLAB – ARTIST IN RESIDENCE


Laufend erreichen Menschen mit einem großen Potenzial an Wissen und Kreativität Österreich. Wenn wir davon ausgehen, dass diese Menschen in Österreich ein Zuhause finden werden, ist es ein Fehler, zu denken, dieses Zuhause ließe sich rein über den Zugang zum österreichischen Sozialsystem herstellen. Unter den Ankommenden befinden sich Intellektuelle, die in ihren Herkunftsländern bereits künstlerische Professionen ausgeübt haben. Grundversorgung muss vollwertige Teilhabe an der Gesellschaft bedeuten. Wir sind überzeugt, dass alle Menschen, die hier leben das Recht haben, ihre Potenziale auch professionell zu nutzen und über sie ihr Überleben zu sichern.

Um einigen internationalen Kunstschaffenden einen Einstieg in die österreichische Kunstszene zu ermöglichen, unterstützen wir diese bei ihren Projekten.

Neben finanzieller Unterstützung umfasst unser ARTIST IN RESIDENCE-Programm Hilfe beim Übersetzen von Texten, dramaturgische Betreuung, Beratung und Unterstützung bei produktionstechnischen Fragen, Bereitstellung von Räumen und Vernetzung mit anderen Institutionen und Initiativen.

Marathon of the Believers


 

“Please don’t shoot, we are making ART here!”

2003 schrieben die Studierenden der Kunstuniversität Bagdad diese Botschaft an die Amerikaner auf das Dach des halb zerstörten Irakischen Nationaltheaters. 2020 schreibt der Student von damals dieselben Worte an das Hamakom Wien.

Marathon of the Believers erzählt die Geschichte eines Landes, in dem sich durch den Sturz eines Diktators ein Machtvakuum auftut, aus dem die ganze Welt Profit schlägt. Es erzählt die Geschichte einer Stadt, in der sich alle Wahrheiten verschieben. Von Menschen, die ihren Glauben verlieren und jenen, die auf Erlösung von oben hoffen. Von einem Regisseur, der versucht in Wien anzukommen.

 

Mit: Kari Rakkola, Deborah Gzesh, Ali Al-Fatlawi, Wathiq Al-Ameri, Ali Daim, Abdallah Shmelawi.

Text & Regie: Abdallah Shmelawi

Inszenatorische Begleitung: Aslı Kışlal

Dramaturgie & Übersetzung: Yara Al-Hajali, Anna Schober

Musik: Uwe Felchle

Choreographie: Ali Daim

Dramaturgische Unterstützung: Wamidh Al-Ameri, Ali Al-Fatlawi

Regieassistenz: Luna Al-Mousli

 

 

Vorstellungen im Theater Nestroyhof / Hamakom:

11.2., 13.2., 14.2., 15.2., 16.2. 2020, 20.00 Uhr

Tickets: T: +43 1 8900314

tickets@hamakom.at

Nestroyplatz 1, 1020 Wien

Abendkassa 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn

www.hamakom.at

 

Eine Produktion von diverCITYLAB – ARTIST IN RESIDENCE in Kooperation mit dem Theater Nestroyhof / Hamakom.

Wir danken Basis.Kultur.Wien für die Unterstützung.

 

Yara Al-Hajali – Dramaturgie & Übersetzung


Yara Al-Hajali wurde 1982 in Damaskus, Syrien geboren.

Die Anglistin und Amerikanistin arbeitete in Damaskus als Englischlehrerin und PR-Koordinatorin. Später war sie Übersetzerin und Lektorin für Kunst- und Designzeitschriften in Dubai.

Seit 2009 lebt Yara Al-Hajali in Österreich, wo sie seit 2015 Theater ‐, Film ‐ und Medienwissenschaft an der Universität Wien studiert (und als Tutorin arbeitet).

Wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeit an zahlreichen Veröffentlichungen und Tagungen. Zuletzt an: Cultures of a Postmigrant Society, Include! Talking and acting back from the margins, Tagung im Theater im Zentrum und Volkstheater in Wien.

Figurationen von Solidarität. Bewegungen des Politischen im minoritären Kino. Internationales Kolloquium, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.

Theater unter NS-Herrschaft. Begriffe, Praxis, Wechselwirkungen. Brigitte Dalinger,

Veronika Zangl (Hg.). Vandenhoeck & Ruprecht.

Derzeit ist sie als Dramaturgin und Übersetzerin bei Marathon of the Believers, dem Artist in Residence Projekt von Abdallah Shmelawi tätig.

Abdallah Shmelwawi

wurde 1982 in Bagdad, Irak geboren.

Während und nach seinem Studium an der Kunsthochschule in Bagdad arbeitete er an zahlreichen Kunst- und Theaterprojekten. Unter anderem suchte er aufgrund einer Liste von Aidspatienten, die er in einem zerbombten Krankenhaus fand, die überlebenden Patienten und erarbeitete mit ihnen ein Theaterstück. Er arbeitete monatelang in einem ausgebrannten Theaterhaus oder filmte mit gefundenem, abgelaufenem Filmmaterial mitten im Krieg einen Spielfilm.

Nachdem Abdallah Shmelawi und seine Familie im Irak nicht weiterleben konnten, arbeitete er in Lybien, Ägypten und Tunesien unter schwierigsten Bedingungen als Regisseur und Schauspieler weiter.

Die erlebten Kriege und die Zeit unter Diktator Saddam Hussein verändern die kollektive Realität ganzer Generationen. Wer sie erlebt hat, wird sie nicht mehr los. Menschen, die oft nur vergessen möchten, tragen Bilder mit sich und verändern so auch die kollektive europäische Realität.

Seit 2006 lebt Abdallah Shmelawi in Wien, wo seine künstlerische Arbeit sich immer mehr in Richtung Performance entwickelte. Seit 2010 ist er international als Performer und Filmemacher tätig.

Derzeit ist Abdallah Shmelawi Artist in Residence bei diverCITYLAB in Wien (www.divercitylab.at).

Seine Kunst ist existenziell. Für ihn persönlich und für die Zukunft seines Geburtslandes Irak. Aber nicht weniger existenziell ist es für die Zukunft Europas, dieser Kunst ihre Existenzberechtigung zu sichern. Seine Kunst durchbricht das Schweigen, das sich über das Unsagbare legt. Sie bietet die Grundlage für Auseinandersetzung, Verständnis und Zusammenleben.

Internationale Performance Projekte

2017 Same difference: Equinox to Equinox, Northern Ireland

2016 International Performance Festical, Beijing Live, China

2016 Global Performance Art Day in the World, Performance, Wien

2016 Out of Space, mo.ë, Wien

2015 Infr’Action 3, Biennale di Venezia, Italien

2014 INTON’ACTION #4 Angoulême, Frankreich

2014 SAVVY the laboratory, Berlin

2014 Performance now, Winterthur Schweiz

2013 Exdoxs Performance Festivalia, Ljubljana, Slowenien

2012 A Message of Peace from Sweden, Malmo, Schweden

2012 Atelieraufenthalt in Genf, Schweiz

2011 Boot der Hoffnung, Amsterdam, Holland

2011 Black triangle, Malmo Schweden

2010 Rosengard are tent, Malmo, Schweden

2010 Broken in the ice, Malmo, Schweden

2009 Salam Aleikum, Kulturraum Vorstadt, Wien, Österreich

2009 Impressionen aus Bagdad, Galerie Akkra Art, Mödling, Österreich

2009 Zwei Positionen, Atelier Zweistrom, Wien, Österreich

2008 Der Brief, Reigen, Wien, Österreich

2008 Zerbrechliche Flügel, Atelier Zweistrom, Wien, Österreich

2007 Bagdad in Love, Wuk Projektraum, Wien, Österreich

Einzelprojekte

2006 Verrückter Tag, an der Kunsthochschule Bagdad

2005 Notfall, an der Kunsthochschule Bagdad

2004 Letzter Atem, am Nationaltheater Bagdad

2004 Al Barbach, an der Theaterakademie Bagdad

2004 Die Torte, am Alrasched Theater Bagdad

2003 Der Zug, an der Theaterakademie Bagdad

Schauspiel am Theater

2005 Istidrak, Akademietheater Bagdad

2004 Das Urteil, am Al Rasched Theater Bagdad

2002 Kaligula, an der Theaterakademie Bagdad

2001 Macbeth, Almuntda Theater Bagdad

2000 Don Quijote, an der Kunsthochschule Bagdad

Schauspiel fürs Kino

2011 1000 Nächte und 1 Traum, Regie: Ali Al-Fatlawi, Zürich, Schweiz

2003 Ahlam, Regie: Mohammed Al Darraghi, Bagdad

Kinofilme als Regieassistent

2010 Part II, Bagdad, Irak, Regie: Yaser alsuhaili

2004 Al Abbae (Der Mantel), Regie: Munier Thaher

2004 Iftirathat (Virtuell), Regie: Nazar Hussein, Bagdad

Internationale Festivals

2005 Der Zug, Kirtag Festival, Tunesien

2004 Notfall, 14tes experimentelles Theaterfestival, Kairo, Ägypten

2003 Das Urteil, Festival Quat Shon, Süd Korea

Preise und Wettbewerbe

2006 Beste Regie, Zweites Kulturfestival, Bagdad

2005 Bester Schauspieler, Philadelphia Festival für Theater, Amman, Jordanien

2004 Beste Regie, Hamid Chutter Festival, Bagdad

2004 Bester Schauspieler, Haki Al Shibly Festival, Bagdad