Abdallah Shmelwawi

wurde 1982 in Bagdad, Irak geboren.

Während und nach seinem Studium an der Kunsthochschule in Bagdad arbeitete er an zahlreichen Kunst- und Theaterprojekten. Unter anderem suchte er aufgrund einer Liste von Aidspatienten, die er in einem zerbombten Krankenhaus fand, die überlebenden Patienten und erarbeitete mit ihnen ein Theaterstück. Er arbeitete monatelang in einem ausgebrannten Theaterhaus oder filmte mit gefundenem, abgelaufenem Filmmaterial mitten im Krieg einen Spielfilm.

Nachdem Abdallah Shmelawi und seine Familie im Irak nicht weiterleben konnten, arbeitete er in Lybien, Ägypten und Tunesien unter schwierigsten Bedingungen als Regisseur und Schauspieler weiter.

Die erlebten Kriege und die Zeit unter Diktator Saddam Hussein verändern die kollektive Realität ganzer Generationen. Wer sie erlebt hat, wird sie nicht mehr los. Menschen, die oft nur vergessen möchten, tragen Bilder mit sich und verändern so auch die kollektive europäische Realität.

Seit 2006 lebt Abdallah Shmelawi in Wien, wo seine künstlerische Arbeit sich immer mehr in Richtung Performance entwickelte. Seit 2010 ist er international als Performer und Filmemacher tätig.

2018 ist Abdallah Shmelawi Artist in Residence bei diverCITYLAB in Wien (www.divercitylab.at).

Seine Kunst ist existenziell. Für ihn persönlich und für die Zukunft seines Geburtslandes Irak. Aber nicht weniger existenziell ist es für die Zukunft Europas, dieser Kunst ihre Existenzberechtigung zu sichern. Seine Kunst durchbricht das Schweigen, das sich über das Unsagbare legt. Sie bietet die Grundlage für Auseinandersetzung, Verständnis und Zusammenleben.

Internationale Performance Projekte

2017 Same difference: Equinox to Equinox, Northern Ireland

2016 International Performance Festical, Beijing Live, China

2016 Global Performance Art Day in the World, Performance, Wien

2016 Out of Space, mo.ë, Wien

2015 Infr’Action 3, Biennale di Venezia, Italien

2014 INTON’ACTION #4 Angoulême, Frankreich

2014 SAVVY the laboratory, Berlin

2014 Performance now, Winterthur Schweiz

2013 Exdoxs Performance Festivalia, Ljubljana, Slowenien

2012 A Message of Peace from Sweden, Malmo, Schweden

2012 Atelieraufenthalt in Genf, Schweiz

2011 Boot der Hoffnung, Amsterdam, Holland

2011 Black triangle, Malmo Schweden

2010 Rosengard are tent, Malmo, Schweden

2010 Broken in the ice, Malmo, Schweden

2009 Salam Aleikum, Kulturraum Vorstadt, Wien, Österreich

2009 Impressionen aus Bagdad, Galerie Akkra Art, Mödling, Österreich

2009 Zwei Positionen, Atelier Zweistrom, Wien, Österreich

2008 Der Brief, Reigen, Wien, Österreich

2008 Zerbrechliche Flügel, Atelier Zweistrom, Wien, Österreich

2007 Bagdad in Love, Wuk Projektraum, Wien, Österreich

Einzelprojekte

2006 Verrückter Tag, an der Kunsthochschule Bagdad

2005 Notfall, an der Kunsthochschule Bagdad

2004 Letzter Atem, am Nationaltheater Bagdad

2004 Al Barbach, an der Theaterakademie Bagdad

2004 Die Torte, am Alrasched Theater Bagdad

2003 Der Zug, an der Theaterakademie Bagdad

Schauspiel am Theater

2005 Istidrak, Akademietheater Bagdad

2004 Das Urteil, am Al Rasched Theater Bagdad

2002 Kaligula, an der Theaterakademie Bagdad

2001 Macbeth, Almuntda Theater Bagdad

2000 Don Quijote, an der Kunsthochschule Bagdad

Schauspiel fürs Kino

2011 1000 Nächte und 1 Traum, Regie: Ali Al-Fatlawi, Zürich, Schweiz

2003 Ahlam, Regie: Mohammed Al Darraghi, Bagdad

Kinofilme als Regieassistent

2010 Part II, Bagdad, Irak, Regie: Yaser alsuhaili

2004 Al Abbae (Der Mantel), Regie: Munier Thaher

2004 Iftirathat (Virtuell), Regie: Nazar Hussein, Bagdad

Internationale Festivals

2005 Der Zug, Kirtag Festival, Tunesien

2004 Notfall, 14tes experimentelles Theaterfestival, Kairo, Ägypten

2003 Das Urteil, Festival Quat Shon, Süd Korea

Preise und Wettbewerbe

2006 Beste Regie, Zweites Kulturfestival, Bagdad

2005 Bester Schauspieler, Philadelphia Festival für Theater, Amman, Jordanien

2004 Beste Regie, Hamid Chutter Festival, Bagdad

2004 Bester Schauspieler, Haki Al Shibly Festival, Bagdad

Nirgends in Friede. Antigone.

Österreichische Erstaufführung

Welcher Mensch hat das Recht auf ein würdiges Leben ohne Hunger und in Frieden? Wer das Recht zu überleben und wer stirbt dafür?

„Nirgends in Friede. Antigone.“ bedient sich der sophokleischen Vorlage um diese Fragen zu stellen. Aus der Festung Theben wird die Festung Europa an deren Außengrenzen der Krieg tobt. Der Wächter Frontex versucht sie zu verteidigen, während der Machthaber Kreon an einer Demokratie festhält, von der er schon lange nicht mehr weiß, was sie bedeuten könnte. Antigone wird zum Symbol für Frauen, die Widerstand leisten. Antigone ist Aktivistin, Kämpferin, Berichterstatterin, Demonstrantin, Attentäterin, Flüchtende, Helferin, Frau.

Mit „Nirgends in Friede. Antigone.“ beendeten die Studierenden des Abschlussjahrgangs 2017 der diverCITYLAB-AKADEMIE ihre vierjährige praxisorientierte Performance- und Schauspielausbildung.

Mit: Zeynep Alan, Elif Bilici, Ayşe Bostancı, Jonathan Fetka, Tanju Kamer, Ines Miro, Onur „Cağdaş“ Şahan

Autorin: Darja Stocker
Regie: Corinne Eckenstein
Musik: Uwe Felchle
Bühne: Markus Liszt
Kostüm: Ingrid Leibezeder
Dramaturgie: Anna Schober
Regieassistenz: Sandra Moser
Regiehospitanz: Philipp Moritz
Ausstattungshospitanz: Alaz Deniz Köymen
Dramaturgiehospitanz: Sophie Mashraki
Produktion: Alenka Breitfuss

Teach Me Something I Know

Performance
Community College im Rahmen der Ausstellung How To Live Together
06.07.2017
Kunsthalle Wien Museumsquartier

Sie wissen wahrscheinlich bereits alles, das wir Ihnen beibringen werden. Wie es geht, glücklich zu sein? Wie man anderen gegenüber tolerant ist? Wie man mit den eigenen, link(isch)en Schuldgefühlen umgeht? Wie man den perfekten Moccacino macht? Wir bringen es Ihnen dennoch bei, nur zur Erinnerung. Das diverCITYLAB verbringt einige Stunden mit Ihnen im Ausstellungsraum, um Sie zu lehren und mit Ihnen aufzufrischen was Sie bereits wissen und möglicherweise vergessen haben.

Mit Studierenden der diverCITYLAB AKADEMIE: Ahmet Aggün, Duygu Arslan, Barbora Baxant, Kira Fasbender, Javid Hakim, Christina Lindauer, Onur Poyraz, Isabella Händler, Melike Yagiz

Leitung: Yosi Wanunu